10 Dinge, die du nicht über Mikroplastik wusstest

Bestimmt hast du dich als Interessierte*r für das Thema Müllvermeidung schon oft mit dem Begriff Mikroplastik beschäftigt. Vielleicht kannst du es schon gar nicht mehr hören. Aber bist du schon Mikroplastik-Profi? Hier kommt der Test!

Was genau Mikroplastik ist, wohin und wie es in unsere Umwelt und unseren Körper gelangt, was das meiste Mikroplastik verursacht und wie du es vermeiden kannst, soll dir dieser Artikel erklären.

Mikroplastik ist - überall! Das weiß jeder.

Aber: Was ist eigentlich Mikroplastik so genau? 

Laut der Definition des Umweltbundesamtes bezeichnet man Plastikpartikel, deren Durchmesser kleiner als 5mm ist, als Mikroplastik. Grundsätzlich unterscheidet man aber zwei Arten: primäres und sekundäres Mikroplastik. Das Umweltbundesamt schreibt dazu:

Zu sogenanntem primären Mikroplastik gehören Basispellets, die das Grundmaterial für die Plastikproduktion darstellen; Granulate in Kosmetik und Hygieneprodukten, (wie Peelings, Zahnpasta, Handwaschmittel) oder auch „mikroskopische Plastikpartikel die in (ndustrie oder Medizin Anwendung finden. 

Sekundäres Mikroplastik entsteht durch physikalische, biologische und chemische Degradation von Makroplastikteilen“.  

Einfacher gesagt:  wenn es nicht industriell gefertigt wird, entsteht Mikroplastik durch Alterungs- und Zerfallsprozesse achtlos weggeworfener Plastikmülls und gelangt so überall dort in die Umwelt, wo Makroplastik auch in die Umwelt gelangt. Selbst in Tiefseesedimenten oder den entlegensten Regionen der Arktis wurde Mikroplastik nachgewiesen! (1)

Betrachtet man die größten Mikroplastikverursacher unserer Umwelt, kann man ziemlich schnell erkennen, dass man die mikroskopisch kleinen Kunststoffteile, wie grobes Plastik auch, sowohl in der Luft, in unserem Boden als auch im Wasser finden kann.  

Erdschichten

Deshalb macht natürlich auch Mikroplastik keine Ausnahme, was seine Schädlichkeit betrifft: es ist nicht biologisch abbaubar. Obwohl man es nicht sehen kann, verschwindet es nie.

 Laut Quarks.de gibt es

Bereiche in unserer Umwelt, von denen Wissenschaftler mit einer recht hohen Sicherheit behaupten, dass sie mikroplastikfrei sind: Steine, tiefe Erdschichten, Grundwasserleitern und Pflanzen“.. Aber das ist doch schon mal was, oder? YEAAH!

10 Dinge, die du nicht über Mikroplastik wusstest

Wir haben alle schon von dem Mikroplastik im Duschgel und Peeling gehört. Wusstest du aber, dass…

  1. …der größte Mikroplastikverursacher wegen ihres schweren Reifenabriebs Autos sind? Laut dem Umweltbundesamt sind es 60.000- 110. 000 Tonnen Mikroplastikartikel jährlich, die dabei allein in Deutschland in die Luft gelangen. Wenn wir einen durchschnittlichen Autofahrer betrachten, entspricht das etwa demselben Effekt, als würde jede*r von uns am Ende des Jahres ein Kilo Plastik einfach so ins Meer schütten.
  2. …wir pro Woche ungefähr 5g Mikroplastik einatmen? Das entspricht laut einer WWF Studie etwa einer ganzen Kreditkarte! Du kannst dir das ungefähr so vorstellen: Heb einmal in der Woche Geld ab und iss danach die ganze Karte mit. Ist das nicht eine seltsame Vorstellung?
  3. …pro Waschgang bis zu 2.000 Kunstfasern aus Fleece-Kleidungsstücken, (einem Stoff, der meist aus Polyester oder Polyacryl besteht), über den Ausfluss in Fließgewässer und schließlich in die Meeresumwelt gelangen? Da es von den Klärwerken nicht zurückgehalten werden kann landet das Mikroplastik im Klärschlamm auf unseren Äckern, wodurch es in die Nahrungskette gelangt.

    Mehr: Textilien mit synthetischen Fasern haben (wie Polyacryl, Viskose, Polyester) damit etwa einen jährlichen Plastikeintrag von 400 t.

  4. …Textilfasern aus (herkömmlicher, moderner) Kleidung die Mikroplastikquelle Nummer Eins bei der Meeresverschmutzung sind?

    Mehr dazu: 35 Prozent des Mikroplastiks im Meer stammt vom Faserabrieb bei der Textilwäsche. Das ergab eine Studie der International Union for Conservation of Nature!

  5. …dass in der Donau stellenweise mehr Plastikpartikel als Fischlarven treiben? Forscher aus Manchester haben zehn Flüsse untersucht und in jedem davon Mikroplastik in Sediment- und Bodenproben gefunden. Sie konnten mehr als eine halbe Millionen Plastikpartikel pro Quadratmeter Flussbett nachweisen!

  6. …Schuhsohlen auf Platz 7 der größten Mikroplastikverursacher  sind? Und wenn du an den Fußball denkst: Kunstrasengranulat, das auf vielen Kunstrasenplätzen als Einstreumaterial eingesetzt wird, ist pures Mikroplastik. 

  7. … Kaugummis neben Zucker, Bindemitteln und Weichmachern aus sogenannten Polymeren, (dem Oberbegriff für Kunststoffe), bestehen? Ja, Kaugummis enthalten Mikroplastik. Wikipedia drückt es direkter aus: „Heute wird der größte Anteil der Kaugummibasis (die Kaumasse) aus petrochemischen Grundstoffen erzeugt, sie besteht aus Kunststoffen, vorwiegend Polyisobutylen und Polyvinylacetat“. Alles klar soweit?

  8. …man mittlerweile nicht nur in verschiedenen Fischarten, sondern auch in Salz und Muscheln Mikroplastik wiederfand?

  9. …laut der Universität Münster auch in Glasflaschenwasser Mikropartikel aus Plastik stecken, (die vermutlich während des Reinigungsprozesses ins Wasser gelangen)? Die Rückstände in Einweg PET- Flaschen sind deutlich geringer, was daran liegen könnte, dass sie frisch gespritzt sind und eine besonders glatte Innenoberfläche haben, sodass die Mikroteilchen sich nicht so sehr verhaken! 
  10. … Strumpfhosen, Leggins und Socken Mikroplastik enthalten? Naja. Wahrscheinlich hast du es mit Sicherheit schon einmal gelesen, ohne wirklich zu wissen, dass es sich dabei um Mikroplastik handelt. Psst: die Auflösung heißt: Nylon (oder Polyamid).
Kreditkarte

Textilien mit synthetischen Fasern haben (wie Polyacryl, Viskose, Polyester) etwa einen jährlichen Plastikeintrag von 400 t.

Das Granulat von Kunstrasenplätzen wird an Schuhen und Kleidung von Sportler*innen in unsere Umwelt hinausgetragen.

 Der wissenschaftliche Dienst des Europäischen Parlaments verweist in einem Bericht zum Thema Textilindustrie und Umwelt auf mehrere Studien, nach denen ein Waschgang mit synthetischen Textilien bis zu 700.000 Mikroplastik-Teilchen ins Abwasser spülen kann.

Was keiner so genau weiss: wie gefährlich ist nun aber Mikroplastik für uns Menschen?

Grundsätzlich kann man zusammenfassen: Wir wissen noch nicht wirklich, was Langzeitfolgen unseres Kontaktes mit Mikroplastik sind und wie gefährlich es wirklich ist. Die Forschung ist ganz einfach noch nicht so weit.

Es existieren noch keine stichhaltigen Studien, doch Forscher des Umweltbundesamts befürchten, kleinste Plastikpartikel, die wir mit dem Flaschenwasser (oder anderen Lebensmitteln) aufnehmen, könnten sich in unserem Gewebe anreichern. Was sie jedoch dort anstellen, ist unklar. es gibt aber auch Vermutungen, darüber dass es sich im Körper einlagert und Entzündungen in Darm- oder in der Lebergewebe auslöst oder sogar Krebs begünstigen kann.

Die gute Nachricht ist: wir haben natürliche Mechanismen, um solche Partikel abzuwehren, etwa Schleimhäute in Mund, Nase, Rachen und Darm. So schützen wir uns beispielsweise vor Sandkörnern, die wir versehentlich verschlucken! (Quelle: quarks.de/mikroplastik

Unbekannt ist vor allem noch, welche Auswirkungen eingeatmetes Mikroplastik auf unsere Gesundheit hat.  Präventiv hat aber beispielsweise die WHO gefordert, 90% des Abwassers vom Mikroplastik zu filtern, um eventuelle Gesundheitsschäden zu vermeiden.

Mindestens genauso wichtig: welche Auswirkungen hat Mikroplastik für die Bewohner unserer Umwelt? Schau doch mal in unserer Artikelserie vorbei.

Hier erfährst du, wie du Mikroplastik in deinem Alltag vermeiden kannst.

Weiterlesen

Quellen

https://www.bund.net/meere/mikroplastik/

https://quarks.de/umwelt/muelle´/fakten-zu-mikroplastik/