So vermeidest Du Mikroplastik - Hintergründe und Fakten

Willst du Mikroplastik vermeiden, macht es natürlich Sinn, Plastik grundsätzlich zu vermeiden. Tipps zum Vermeiden von Plastik findest du in den Zero Waste Swaps.

Woran erkenne ich Mikroplastik?

Wie bei allen Plastiksorten gibt es auch bei Mikroplastik verschiedenste hochentwickelte Kunststoffverbindungen, die in allen möglichen Produkten unseres Alltags auftauchen. In dieser Liste findest du alle wichtigen, chemischen Begriffe für Mikroplastikarten, damit du sie beim nächsten (Klamotten-)Kauf auf frischer Tat ertappen kannst. Auch helfen dir Apps wie etwa codecheck.de dabei. Solltest du die App aber nicht parat haben, merk dir einfach: sobald die Poly- darin vorkommt oder davor steht, steckt Mikroplastik drin!

  • Acrylates Copolymer AC
  • Acrylates Crosspolymer ACS
  • Polyamide PA, Nylon
  • Polyacrylate PAK
  • Polyethylen PE
  • Polyethylene glycol PEG
  • Polyethylenterephthalat PET
  • Polymethylmethacrylat PMMA
  • Polypropylen PP
  • Polypropylene glycol PPG
  • Polystyren PS
  • Polyurethan PUR
  • Polyquaternium PQ
  • Teflon: (EFP, PFEP)

Quelle: https://www.smarticular.net/mikroplastik-liste-definition-in-kosmetik-vermeiden-alternativen/

Aber vielleicht geht es auch etwas unkomplizierter? Und gibt es denn überhaupt Lösungen, um die Menge an Mikroplastik zu minimieren, die wir in unsere Umwelt abgeben?

Reifenabrieb

Politische Lösungen - Der BUND fordert

  • Eine Verringerung des Individual- und straßengebundenen Güterverkehrs zur Reduktion des Abriebs von Autoreifen
  • Ein Verbot von Kunststoffgranulat als Einstreumaterial auf Kunstrasenplätzen
  • Industrielle Vorwäschen mit Filtersystemen für neu hergestellte Kleidung

Sowie

  • Ein EU-weites Verbot von synthetischen Polymeren jeglicher Größe und Formmasse in Kosmetik- und Körperpflegeprodukten

Quelle: BUND.de

Hilf mit!

Dabei kann jeder von uns jetzt und hier Entscheidungen treffen, die Mikroplastik vermeiden! Hier haben wir ein paar Tipps, mit denen du (wenn du es nicht eh schon tust) im Handumdrehen Plastik vermeiden kannst!

  1. Du kannst dein Shampoo selber machen oder dir festes Shampoo kaufen, eine einfache Seife ausprobieren oder es einmal mit Roggenmehl versuchen! Ein Rezept findest du hier.
  1. Peeling aus Kaffeesatz und Öl selber machen? Auch hier gibt es ein Rezept von uns.
  2. Möchtest du nicht auf das „Shampoo-Gefühl“ deines geliebten Haarshampoos verzichten, solltest du beim Kauf unbedingt auf Naturkosmetik achten. Hier findest du sichere Mikroplastiksiegel: (ecocert, Bdih, Natru (Naturkosmetik)
  3. Fang klein an: vermeide es, deine Kleidung zu häufig zu waschen. Dies gilt auch für den Alltags Pulli oder die Hose (meist sind es Jeans) die nicht zu 100% aus Baumwolle bestehen (sondern beispielsweise Viskose oder Polyakryl, Plolyester enthalten), aber vor allem Sportkleidung aus Synthetikfasern. Die Partikel lösen sich so oder so mit der Zeit ! Oder:
  4. Achte einfach bei der Kleidung (z. B Fleecestoffen) mal darauf, ob 100% Baumwolle dabei steht! Du kannst Kleidung häufig zum Lüften über den Balkon oder an die frische Luft hängen!
  5. An die Hausmänner und -frauen: Verwende keinen Weichspüler!
  6. Solltest du rauchen: Schnippe deinen Zigarettenstummel nicht weg! Der eingebaute Filter enthält nicht nur Mikroplastiktbestandteile sondern auch andere giftige Schadstoffe die in der Umwelt von Tieren aufgenommen werden oder in Boden und Süßwasser gelangen! Besorg dir lieber einen Taschenaschenbecher von rehab republic e.V.
  7. Tausche (Bastel-)glitzer, der häufig aus Kunststoff besteht, gegen biologisch abbaubaren ein. Beim Basteln mit Kindern ist es kaum zu vermeiden, dass nicht unbedeutenden Mengen Bastelglitzer von ihnen aufgenommen wird. Oft werden diese Partikel über den Stuhl wieder ausgeschieden, gelangen aber natürlich trotzdem in die Umwelt.
  8. Du möchtest deine Zimmerwand oder deine Kommode neu streichen? Achtung: Farben und Lacke enthalten manchmal hohe Anteile an (flüssigem) Plastik! Schau dich nach Lehm-, Kalk- oder Ölfarben als Alternative um oder erkundige dich im Internet nach Ökowandfarbe.
  9. Putzmittel für raue Oberflächen enthalten nicht nur meist schädliche und ätzende Tenside oder Weichmacher, sondern auch flüssige oder gröee Kunststoffe. Mit einem geeigneten Rezept kannst du sie häufig sehr einfach selber machen und mischen.
  10. Verwende alte (Baumwoll-)T-shirts als Alternative zu Putztüchern oder Schwämmen aus Kunststoffmikrofaser.
  11. Beim Einkaufen kannst du auch außerhalb vom Bioladen auf Siegel achten: Netto und Lidl haben mittlerweile ein geprüftes Siegel namens „mikroplastikfrei“ , selbst bei Aldi findest du “frei von Mikroplastik”, Rossmann kennzeichnet entsprechende Produkte mit „Rezeptur ohne Mikroplastik“ .
  12. Lege dir, wenn du es nicht schon längst getan hast, eine Alternative zur Plastikflasche zu und trinke auch daheim Leitungswasser oder Sprudel aus Glasflaschen.

Lass dich nicht betrügen: Auch Produkte, die angeblich frei von Mikroplastik sind, enthalten manchmal flüssiges Mikroplastik! Oft wirbt der Hersteller mit „mikroplastikfrei“, obwohl das gar nicht stimmt: hier wird nur statt festem, grobkörnigem Mikroplastik flüssiges verwendet! Du kannst beim Kauf aber auf zertifizierte Siegel achten oder es dir unkomplizierter machen und einfach gleich auf feste Produkte, wie zum Beispiel Shampoo, umsteigen!

Taschenaschenbecher

Viel Spaß beim Mikroplastikvermeiden!