Zero Waste City -
eine Stadt ohne Abfall?
Was ist eine Zero Waste City?
Zero Waste wörtlich übersetzt heißt „Null Müll“, eine bessere Übersetzung wäre „Null Restmüll“ oder „Null Verschwendung“ und entspricht in etwa dem deutschen Wort Abfallvermeidung. Eine Zero Waste City zeichnet sich durch eine umfassende Strategie zur Vermeidung, Reduzierung, Wiederverwendung und zum Recycling von Abfall aus. Ziel ist es, den Anteil des Mülls, der auf Deponien landet oder verbrannt wird, auf nahezu Null zu minimieren.
Die offizielle Definition einer „Zero Waste City“ lautet:
“Zero Waste is the conservation of all resources by means of responsible production, consumption, reuse and recovery of products, packaging and materials without burning, and with no discharges to land, water, or air that threaten the environment or human health.“
Zero Waste International Alliance
“Zero Waste ist die Schonung aller Ressourcen durch verantwortungsbewusste Produktion, Verwendung, Wiederverwendung und Rückgewinnung von Produkten, Verpackungen und Materialien ohne Verbrennung und ohne Ableitung von Schadstoffen in Boden, Wasser oder Luft, die die Umwelt oder die menschliche Gesundheit gefährden.“
Übersetzte Definition der Zero Waste International Alliance
Um dieses Ziel zu erreichen, werden in einer Zero Waste City viele verschiedene Strategien verfolgt. Dazu gehören Maßnahmen wie die Förderung von umweltbewusstem Konsumverhalten, die Reduzierung von Verpackungsmaterialien, die Förderung von Wiederverwendung und Recycling sowie die Kompostierung organischer Abfälle.
Zero Waste Europe
Das Programm „Zero Waste City“ von Zero Waste Europe soll Städten und Gemeinden dabei helfen, Zero Waste City zu werden und die Ziele umzusetzen. Zum Zero Waste Europe Network geht’s hier.
In Deutschland ist Kiel die bisher einzige Stadt mit dem Zertifikat „Zero Waste City“. Aber auch München ist auf dem Weg zu einer müllfreieren Stadt, mehr dazu weiter unten. Ob München die offizielle Zertifizierung durch Zero Waste Europe anstrebt, ist derzeit noch nicht geklärt.
Prinzipien der Zero-Waste-Abfallhierarchie
Die Zero Waste Hierarchie besteht aus fünf Schlüsselelementen:
An erster Stelle steht die Reduzierung und Einsparung von Materialien, indem unnötiger Konsum minimiert und ressourceneffiziente Produktionsmethoden gefördert werden. Darauf aufbauend folgt die Wiederverwendung von Produkten und Materialien, um ihre Lebensdauer zu verlängern und die Notwendigkeit für neue Ressourcen zu reduzieren.
Das Recycling kommt als drittes Element, bei dem Abfälle in neue Produkte umgewandelt werden, um die Ressourcennutzung zu optimieren. Danach folgt die Verwertung von Abfällen zur Energiegewinnung. Die Beseitigung von Abfällen, die nicht anderweitig verwertet werden können, steht an letzter Stelle der Hierarchie.
Graphik: Eigene Darstellung. Die Zero Waste Hierarchie gibt es in unterschiedlichen Darstellungen mit variierenden Abstufungen und Bezeichnungen. Die größte Bedeutung kommt jedoch immer der Vermeidung bzw. Reduzierung zu (hier „Refuse“ & „Reduce“).
Wie es in München weitergeht
Nach Kiel strebt auch München an, eine Zero Waste City zu werden und somit einen spürbaren Beitrag zur Müllvermeidung und Ressourcenschonung zu leisten. Oberbürgermeister Dieter Reiter betonte im Jahr 2019 „[d]er beste Müll [sei] der, der nicht anfällt“. (Münchner Merkur, 25.10.2019).
Mit dieser Motivation hat München u. a. gemeinsam mit rehab republic ein umfassendes Zero-Waste-Konzept entwickelt. Das Zero-Waste-Konzept zählt rund 40 zentrale Maßnahmen, die verschiedene Lebens- und Wirtschaftsbereiche abdecken und eine umfassende Strategie zur Abfallvermeidung und Ressourcenschonung beinhalten.
Diese Maßnahmen umfassen u. a. die Förderung von Mehrwegsystemen, die Reduktion von Einwegverpackungen und die Unterstützung von Projekten zur Wiederverwendung und Kreislaufwirtschaft. Wie die Stadt bei diesem Vorhaben vorankommt, liest du auf unserer München-Seite in der Rubrik „Zero Waste City München – was bisher geschah“.