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Drei Personen im Gespräch an einem Tisch.

WERePack

In Deutschland werden täglich über eine Million Pakete verschickt – die Verpackungen landen nach einmaligem Gebrauch meist im Müll. Das bedeutet eine große Belastung für die Umwelt, denn sowohl die Produktion neuer Verpackungen als auch das Recycling von Altpapier kostet viel Energie und Ressourcen.

Verpackungsmüll im Versandhandel reduzieren, das ist das Ziel der Initiative WeRePack. Wir haben uns mit den Co-Gründer*innen Luise und Philipp in unserer gemütlichen Büroküche getroffen und die beiden haben uns etwas über die Entstehungsgeschichte der von ihnen gegründeten Initiative erzählt: Begonnen hat alles 2018 bei einem Kurs an der Social Entrepreneurship Akademie in München, dort haben sich Luise und Philipp mit anderen zusammengetan. Das Ergebnis lässt sich sehen: Bisher konnten mithilfe von WeRePack bereits über 3.500 Verpackungen eingespart werden!

Hi Luise und Philipp, wie seid ihr denn auf die Idee für "WeRePack" gekommen?

Drei Personen im Gespräch an einem Tisch.

Wir hatten am Anfang unseres Kurses an der Akademie die Aufgabe eine Problemstellung im urbanen Raum zu finden. Ganz im Sinne des Design Thinking, das immer problemorientiert vorgeht. Um ein Problem zu finden, sind wir dann erstmal auf die Dachauer Straße gegangen und haben das Geschehen rundherum beobachtet. Hierbei sind uns gleich mehrere Ideen gekommen, zum Beispiel auch das Thema Leerstand und Raumnutzung in der Stadt. Letztlich haben´s uns dann aber die Kartonhaufen in und neben den Papiertonnen angetan.

Unsere Idee war dann zunächst eine wiederverwendbare Versandverpackung zu entwerfen, die von Unternehmen immer wieder verwendet werden kann und so viele Ressourcen einspart. Wir hatten sogar schon einen Prototyp entwickelt und einen Wettbewerb mit unserer Idee gewonnen. Irgendwann haben wir dann aber gemerkt, dass auch die Produktion von einer Mehrwegverpackung unheimlich ressourcenintensiv ist und die Einführung eines Pfandsystems dafür ziemlich kompliziert wäre. Wir haben uns dann entschieden stattdessen etwas zu machen, dass es Onlinehändler*innen ermöglicht ihre Produkte in bereits verwendeten Verpackungen zu versenden.

Und wie funktioniert das?

Nachdem wir mit Versender*innen, Paketdiensten und Passant*innen gesprochen und sogar einen Karton quer durch Deutschland geschickt haben, um die beste Lösung zu finden, haben wir uns für eine digitale Lösung entschieden. WeRePack bietet ein Plug-In für Onlineshops, das Händler*innen sich kostenlos installieren können. Die Kund*innen können im Onlineshop dann einfach ein Häkchen setzen, dass sie ihre Bestellung in einem wiederverwendeten Karton erhalten wollen. Im Moment ist das Plug-In über den aktuell größten Anbieter Woocommerce verfügbar. Die Kartons und andere Verpackungen können die Shops beispielsweise von ihren eigenen Bestellungen oder Retouren verwenden oder sie kooperieren mit einem Supermarkt in ihrer Nähe.

Welchen Herausforderungen seid ihr bei der Umsetzung Eurer Idee begegnet?

Anfangs hatten ein paar Händler*innen die Befürchtung, dass es nicht erlaubt sein könnte Kartons mit dem Branding anderer Firmen zu versenden oder die Wertigkeit der Lieferung leiden könnte. Diese Bedenken können wir allerdings ausräumen. Rechtlich ist es kein Problem Kartons mit Logoaufdruck anderer Unternehmen zu verschicken und die Besteller*innen freuen sich über die Option, aktiv etwas zum Ressourcenschutz beizutragen. Die Händler*innen profitieren außerdem auch selbst, indem sie Verantwortung übernehmen und Kosten für Verpackungsmaterial sparen. Über Rabatte können sie diese Einsparung auch an Kund*innen weitergeben.

Wir haben auch gemerkt, dass paradoxerweise die Kostenfreiheit des Plug-Ins bei manchen Händler*innen Skepsis hervorruft. Dabei hat das nichts mit der Qualität zu tun, sondern damit, dass wir ehrenamtlich arbeiten und auch wollen, dass das Tool von anderen weiterentwickelt werden kann. Denn wir verstehen uns als eine soziale Initiative.

Zwei Personen lächelnd vor weißer Wand.

Was sind Eure Ziele für die Zukunft?

Wir wollen natürlich gerne noch viel mehr Onlineshops ins Boot holen! Aktuell konnten wir schon über 400.000 Liter Wasser durch das Projekt einsparen, aber in diesem Fall hilft mehr eben auch mehr. Je mehr Shops mitmachen, desto mehr Ressourcen werden gespart und dadurch die Umwelt geschützt.
Wir freuen uns auch, wenn andere an der Weiterentwicklung des Plug-Ins mitwirken wie momentan eine Agentur aus Nürnberg. Und vielleicht können wir in Zukunft die Händler*innen auch bei der Beschaffung der wiederverwendbaren Kartons helfen.

Logo WeRePack

Infos zu WeRePack

Alle Infos rund um WeRePack findest Du auf der Webseite des Projekts: https://werepack.org/de/