21.10.2022 Zero Waste Exkursion - Stattpark Olga

Im Oktober hatten wir die Möglichkeit den Stattpark Olga kennenzulernen und zwei Bewohner*innen mit unseren Fragen zu löchern. Hier eine Zusammenfassung unseres Besuchs:

Was ist der Stattpark Olga?

Der Stattpark Olga ist ein alternatives Wohn- und Kulturprojekt in München. Den Verein gibt es schon seit ca. 10 Jahren. 22 Erwachsene und 6 Kinder leben auf dem Gelände in Sendling. Jede*r (Familie) hat seinen*ihren eigenen Bauwagen, teilweise mit Terrasse. Die Bauwagen werden nicht gemietet, sondern sind Eigentum der Bewohner*innen. Sollten sich die Bedürfnisse ändern, kann der Wohnbereich erweitert oder veringert werden. Ein Tapetenwechsel ist natürlich auch möglich, da der Bauwagen mit wenig Aufwand umgestellt werden kann.

Den Bewohner*innen der Containerstadt ist es wichtig, mit möglichst wenig Ressourcen zu leben, und haben sich daher sich für dieses Leben entschieden. Sie versuchen viele Dinge zu nutzen, die eigentlich in den Müll landen sollten. Nachhaltigkeit und Zero Waste spielen also eine große Rolle!

Gibt es ein Badezimmer?

Ja, es gibt einen Duschwagen für alle Personen, in dem sind auch die zwei Waschmaschinen untergebracht. Im Sommer wird auch noch eine Solardusche benutzt.

Wie viel Strom verbraucht der Stattpark?  

Der Strombedarf der knapp 30 Menschen entspricht ca. einen durchschnittlichen 4 Personen Haushalt. Diese Wohnform ist also sehr ressourcenschonend! Es gibt die Möglichkeit durch eine Photolvoltaikanlage bzw. Solarthermie Strom zu erzeugen. Geheizt wird meistens mit Holz, dann wird es richtig gemütlich warm in den Wägen.

Wohnen die Menschen offiziell dort?

Ja, die Bewohner*innen nutzen unbespielte Zwischenflächen von der Stadt, wie aktuell in Sendling. Dort waren sie die vergangenen vier Jahre. Zum Jahreswechsel steht aber ein Umzug an, da die städtische Fläche für einen Schulbau genutzt werden soll. Die Bewohner*innen sind an ihrem Standort aber offiziell gemeldet und bekommen auch Post. Sie überweisen jeden Monat eine Grundstücksmiete an die Stadt und jede*r bezahlt auch einen Betrag für Strom, Wasser und sonstige Kosten. Derzeit ist der Stattpark voll und es können keine neue Mitglieder aufgenommen werden. Das ist nur möglich, wenn eine Person ausziehe – die Warteliste ist lang.

Wie läuft das Zusammenleben?

Viele Dinge werden gemeinsam genutzt wie z.B Werkzeug und Fahrzeuge. Außerdem gibt es wöchentliche Plenen, wo viele Dinge abgestimmt werden. Diese nachhaltige und gemeinschaftliche Lebensform braucht Zeit. Daher bringen sich die Bewohner*innen wöchentlich mit einigen Stunden für die Gemeinschaft ein. Alle haben aber auch noch eine Beschäftigung außerhalb des Stattparks.

Wie kann man den Stattpark kennenlernen?

Im Platzcafé finden regelmäßig öffentliche Konzerte und andere Veranstaltungen sowie Führungen statt. Außerdem gibt es eine Radlschrauberei. Die Veranstaltungen sind auf Spendenbasis.Vor den Toren gibt es außerdem einen Umsonstladen. Dort kann man einfach vorbeigehen und Kleidung oder Haushaltsgegenstände abgeben und andere mitnehmen. Der Umsonstladen ist jederzeit zugänglich.