15.10.2021 Zero Waste-Ausflug nach Erlangen zu Bananeira

Ausflugsfahrt nach Erlangen

Bananeira heißt Bananenstaude und Erlangen ist sicher nicht der erste Ort, den ich mit Bananen assoziieren würde. Am 15.10. war allerdings genau „Bananeira“ in Erlangen das Ziel eines sehr interessanten Ausflugs. Wir starteten in München, fuhren in einer gesprächigen Fahrgemeinschaft zusammen Richtung Erlangen und wurden sehr herzlich zur Betriebsführung bei einem der Hauptlieferanten für Unverpacktläden empfangen: Bananeira. Jonas Schmidle, der zusammen mit Ümit Sormaz Bananeira gegründet hat, führte uns durch alle wichtigen Stationen des Betriebs, von Reinigung, Befüllung bis hin zur Lagerhalle. Von hier aus werden rund 250 Unverpacktläden, aber auch Bioläden, wie z.B. basic beliefert.

Wie alles begann...

Seinen Anfang nahm alles 2012 mit der Gründung des Restaurants Bananeira, aus dem sich über die Jahre der größte Lieferant für unverpackte Lebensmittel entwickelt hat. Die Idee war es Produkte herzustellen und zu liefern, die Fairtrade, Bio, unverpackt und CO2-neutral sind und möglichst regional angebaut werden. Sie wollen mithilfe von nachhaltigem Konsum dazu beitragen die Welt zu verbessern und als Unternehmen Verantwortung übernehmen. Als 2018 die ersten Unverpacktläden entstanden, war Bananeira der einzige Großhändler, der auf die Bedürfnisse dieser Läden eingegangen ist. Dafür haben sie ein eigenes Pfandsystem für Glas und Plastikbehältnisse entwickelt, die sehr oft wiederverwendet werden können.

Spannende Einblicke hinter die Kulissen

Bei unserer Führung wurde uns als erstes gezeigt, wie und wo die Reinigung der Mehrweggläser stattfindet. Dabei konnten wir die Frage klären, die man sich oft im Zusammenhang mit Pfandgläsern stellt: Sollen die Gläser vor der Rückgabe vorgespült werden, oder verbraucht dies unnötig Energie und Wasser, da eine professionelle Reinigung folgt? Die Antwortet lautete ja, denn so wird die Reinigung weniger zeitintensiv und ist für die Mitarbeiter hygienischer. Nach der Reinigung werden die Gläser dann maschinell neu etikettiert. Damit sie so oft wie möglich wiederverwendet werden können, erfolgt dies mit einem speziellen, selbstentwickelten veganen Laim, der sich leicht entfernen lässt.

Danach ging es für uns weiter in die Produktions- und Abfüllhalle. Bevor wir diese betreten konnten, mussten wir uns aufgrund der Hygienevorschriften schicke Kittel und Hauben überziehen. Dort wurden uns die vielen verschiedenen Maschinen gezeigt, die zum Herstellen und Abfüllen der Produkte benötigt werden. Bananeira verpackt Produkte anderer Hersteller umweltfreundlich, wie zum Beispiel Passata, die sie in großen Tonnen aus Italien geliefert bekommen. Sie kreieren und produzieren, aber auch eigene Produkte, beispielsweise Ketchup, Nuss-Nougat-Creme, verschiedene Pürees und noch vieles mehr. Momentan arbeiten sie daran, ihre eigene Kokosmilch auf den Markt zu bringen, damit nur die leichten Kokosraspeln nach Deutschland geliefert werden und auf klimaschädliche Transportwege per Flugzeug, oder Containerschiff für fertige Kokosmilch in Dosen, oder Tetra Paks verzichtet werden kann.

Zum Abschluss durften wir noch das Hochregallager besuchen, was mein persönliches Highlight war. Meterhoch gestapelte Paletten mit den leckersten Sachen, von Säckeweise Nudeln bis hin zu den gefriergetrockneten Erdbeeren und Himbeeren! Ungefähr 80% der Trockenprodukte, wie Müsli und Hülsenfrüchte werden in Papier geliefert. Die leider bisher nicht völlig zu ersetzende Folie, die die Produkte auf den Paletten hält, ist zu 50% recycelt und wird nach dem Gebrauch nochmal recycelt.

 

Mein Fazit

Es war sehr schön zu sehen, wie umweltfreundlich und nachhaltig die Produktion von Lebensmitteln funktionieren kann! Glücklicherweise ist das Bananeira-Team voller Energie und Innovation und plant bereits einen weiteren Standpunkt in Hamburg, um auch in der norddeutschen Region aktiv zu werden. Ich hoffe, dass sich in Zukunft im Großhandel mehr Mut zum Wandel zeigt, man als Verbraucher nicht mit Unmengen an Verpackungsmüll aus den Läden geht und durch dieses Umdenken auch die Vielfalt der Produkte in Unverpacktläden zunimmt.

Aber jetzt freue ich mich erstmal auf die Kokosmilch aus Erlangen!