masken und nachhaltigkeit - passt das zusammen?

Schon seit April 2020 gilt nun die Maskenpflicht. Seitdem sind Mund-Nase-Bedeckungen unsere ständigen Begleiter. Los ging´s mit Stoff- und Einwegmaske, inzwischen ist die FFP2-Maske an der Tagesordnung.

Ich sitze selbst mit FFP2-Maske im Gesicht im Zug, während ich diesen Text schreibe. Mich beschäftigt die Frage, wie der Gebrauch von Masken in der Zeit der Corona-Pandemie nachhaltig(er) gestaltet werden kann. Sicherlich bin ich nicht die erste Person, die sich diese Frage stellt, denn wir kennen es alle, das Bild der (Einweg-)Maske im Dreck, auf dem Boden, in der Natur.

Besonders seit der FFP2-Maskenpflicht in Deutschland (Bund-Länder-Beschluss vom 19. Januar) drängt sich das Problem mit der Nachhaltigkeit immer mehr auf. Denn, konnte man sich zuvor noch mit selbstgenähten Stoffmasken behelfen, muss es jetzt eine Maske aus synthetischen Stoffen sein, die obendrein meist auch noch in Plastik verpackt ist.

Einwegmaske in der Natur

FFP2-Maske und Nachhaltigkeit - leider nein

Leider stellt die FFP2-Maske hinsichtlich der Nachhaltigkeit ein echtes Problem dar. Warum? Das Filtervlies der Masken (auch Meltblown Vlies) ist aus Kunststoff und somit nicht natürlich abbaubar.

Das Material hat eine elektrostatische Wirkung, die es ermöglicht kleinste Aerosole aufzuhalten. Deshalb schützt die Maske uns und andere so gut.

Ein Vorteil der FFP2-Maske gegenüber der Einwegmaske: bei richtiger Behandlung kann diese mehrfach verwendet werden! Laut einer Studie der Fachhochschule Münster kann die Maske nach einer Stunde bei 80 Grad im Backofen (bei 100 Grad reichen auch 10 Minuten) oder durch 10-minütiges Kochen in einem Gefrierbeutel wiederverwendet werden. Die erste Variante sollte nur maximal fünf Mal angewendet werden, die zweite nur bis zu drei Mal. Dann muss auch die FFP2-Maske entsorgt werden.

Auch möglich: Die Masken an der Raumluft trocknen lassen. Und zwar sieben Tage lang! Am besten besorgt man sich also für jeden Wochentag eine Maske, trägt die jeweilige Maske an einem Wochentag und lässt sie die restlichen Tage auslüften. Auch bei diesem Vorgehen sollte jede Maske nur maximal fünf Mal wiederverwendet werden.

Eine ganz genaue Beschreibung, wie die Masken für eine Wiederverwendung behandelt werden müssen, findet ihr auf der Webseite der Hochschule Münster. Gewaschen werden sollen die FFP2-Masken übrigens nicht! Die Filterleistung der Masken kann durch das Waschmittel und die starke mechanische Belastung in der Waschmaschine beeinträchtigt werden.

Eine weitere Möglichkeit, um immerhin einen kleinen Teil zur Klimaneutralität beizutragen, ist Masken aus europäischer Produktion zu kaufen. Beispielsweise die Maske ITAPROTECT von der Firma memolife. Diese wird in Italien hergestellt und entspricht dem vorgeschriebenen EU-Standard. Bei der Beschaffung wurde laut memolife auf Produkte aus Europa geachtet.

Die Maske atemious von Univent Medical erfüllt ebenfalls die europäischen Standards und wird sogar in Deutschland gefertigt!

Die richtige Entsorgung

Das Mindeste, was  jedoch jede*r beitragen kann, ist die richtige Entsorgung. Da die FFP2-Masken aus synthetischen Stoffen bestehen, ist es wichtig, dass sie nicht in der Natur landen, denn sie zerfallen nicht wie natürliche Stoffe. Werden gebrauchte Masken nicht verbrannt, gelangen sie über kurz oder lang als Mikroplastik in unser Grundwasser. Die Entsorgung in den Restmüll ist deshalb sehr wichtig, denn nur so ist die vollständige Verbrennung wirklich garantiert. Weder im Papier- oder Plastikmüll, noch im gelben Sack ist die gebrauchte Maske richtig aufgehoben – der Restmüll ist der einzig richtige Ort!

Das ist übrigens auch wichtig, um andere (besonders die Menschen, die in der Müllentsorgung arbeiten) vor einer möglichen Infektion zu schützen. Auch wenn keine Corona-Infektion vorhanden ist, sammeln sich alle möglichen Keime in der Maske. Restmüll wird nicht wie andere Müllsorten sortiert, sondern direkt verbrannt. Bei der Entsorgung von Masken (und auch Einweghandschuhen, Taschentüchern etc.) in den Restmüll wird also niemand unnötig einem Risiko ausgesetzt.

Zero Waste ist bei der FFP2-Maske also leider nicht drin.

Der Ausweg - die Weiterverwertung

Die Weiterverwertung getragener FFP2-Masken ist ein Weg (der einzige?), um dem riesigen Berg an Maskenmüll zu entkommen.

Ein Unternehmen aus Frankreich sorgt hier für Licht am Ende des Tunnels. Plaxtil hat sich der Wiederverwertung von Kunststoffen verschrieben und setzt in der Corona Pandemie ganz auf das Recyceln von Mund-Nase-Masken. Laut eigenen Angaben hat das Unternehmen bis Ende 2020 bereits 70.000 Masken gesammelt. Durch ein spezielles Verfahren werden die Masken von Keimen und Viren befreit; der Kunststoff wird anschließend zerkleinert und zu Rezyklat verarbeitet. Aus dem entstehende Recycling-Kunststoff werden bisher hauptsächlich Schutz-Visiere hergestellt.

Die Stoffmaske

Deutlich mehr ökologische Anbieter gibt es für genähte Stoffmasken. Diese dürfen derzeit nicht in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln getragen werden und werden in diesen Bereichen voraussichtlich auch nicht mehr zum Einsatz kommen. Wer sich dennoch für nachhaltig hergestellte Stoffmasken interessiert, findet hier ein paar Beispiele:

Nachhaltige Stoffmaske gefällig?

  • Maske aus biologischem Leinen von Nahtur Design
  • “Solidarische” Maske (buy one – give one) von Wildwax
  • Schwarz-weiße Maske im 6er-Pack vom Fair-Fashion-Label Recolution
  • Auch möglich: Masken selbst nähen! Am besten aus alten oder übriggebliebenen Stoffen. Eine Anleitung gibt es beispielsweise von Näh Frosch.

Es gibt viele äußerst kreative Ideen Masken nachhaltig herzustellen. Das Unternehmen Scool Sports aus Ulm fertigt beispielsweise Masken aus Basketballtrikots und zwei Künstlerinnen aus Nürnberg haben schon vor der Einführung der Maskenpflicht begonnen Masken aus BHs herzustellen.

Fazit

Es werden uns wohl noch einige Zeit Masken jeglicher Art begleiten. Das Wichtigste ist es natürlich gesund zu bleiben und andere zu schützen! Deshalb bleibt uns nur, die Daumen zu drücken, dass dieser besondere Schutz bald nicht mehr nötig sein wird und es weiterhin kluge und kreative Köpfe gibt, die tolle Ideen zur Weiter- oder Wiederverwertung der (FFP2-)Masken haben!

Quellen

https://www.br.de/radio/bayern1/einweg-mundschutz-100.html

https://www.plaxtil.com/recyclagemasques?lang=en

https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/corona-medizinische-masken-100.html

https://www.memolife.de/itaprotect-atemschutzmaske-ffp2-antifog-ce-0477-din-en-149-2001-a1-2009-n3199

https://www.fh-muenster.de/gesundheit/forschung/forschungsprojekte/moeglichkeiten-und-grenzen-der-eigenverantwortlichen-wiederverwendung-von-ffp2-masken-im-privatgebrauch/index.php

https://naehfrosch.de/mundschutz-selber-naehe

n/http://www.scool-sports.de/prod_categories/mund-nasenmaske/https://busenfreund.weebly.com/masken.html

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