Ostern einmal Ohne

Seit Wochen – quatsch seit Monaten – stapeln sich in den Supermärkten die Schokohasen, Eier und Osternester.

Abgesehen davon, dass es verkatert von Neujahr noch ein wenig zu früh für die festliche Vorfreude scheint, gibt es ein Problem mit den Osterartikeln: und das ist der Verpackungsmüll. Einzelne Schokoeier sind in Aluminium eingewickelt, kommen in Plastikkörbe und werden zu guter Letzt erneut in Cellophan eingeschweißt. Die meisten Verpackungen landen direkt nach dem Verzerr im Müll und können nur schlecht recycelt werden. Es kann schon mal vorkommen, dass der Osterhasen die Süßigkeiten zu gut versteckt hat – dann bleiben die Lebensmittel samt Verpackung im Garten oder Park liegen.

Das alles geht auch anders!

Hier kommen ein paar Tipps wie du dein Osterfest müllfrei gestalten kannst; egal ob du neu oder bereits ein alter Hase im Zero- Waste-Lebensstil bist!

1. Schoko-Osterhasen

Der Klassiker zu Ostern: der Schokohase! Rund 220 Millionen Schokohasen purzelten in Deutschland im Jahr 2019 vom Fließband. Der einzig ernstzunehmende Rivale – im Verkauf – ist der rot glänzende Weihnachtsmann. Im Rennen hängt das Häschen seinen stämmigen Konkurrenten jedoch lässig ab. Zum Vergleich: im selben Jahr wurden circa 151 Millionen Schokoweihnachtsmänner produziert. Somit holt sich das goldene Schokohäschen Gold: dass leider auch, wenn es um die Menge an produzierten Alumüll geht. Die Verpackung sieht zwar schön aus, bedarf aber viel Energie in der Herstellung, wird unzureichend recycelt und landet oft als Müll in der Umwelt.

Aber nicht verzweifeln. Es gibt viele Lösungen!

Die Marke nu+coa verkauft Osterschokolade in kompostierbarer Verpackung. Übrigens bieten Bäckereien, Chocolaterien und Unverpackt Läden Schokoosterhasen auch ohne Folie an: in München haben beispielsweise die Ohne-Läden und Servus Resi, sowie die Chocolaterie Michael Dillinger (auf Anfrage) Schokoosterhasen im Sortiment.

Bock auf DIY?

Du kannst deine eigenen Schokosüßigkeiten auch ganz einfach selbst formen! 

Kauf im Unverpackt Laden Schokolade und schmelz diese in einem Wasserbad. Anschließend kannst du sie in Förmchen kippen und auskühlen lassen. Dafür eigenen sich Silikonformen (zum Beispiel Eiswürfelbehälter) oder aber du besitzt, leihst oder kaufst dir eine richtige Schokohasen-Gießform. 

Selbstgemachte Schokohasen sind außerdem ein schönes Geschenk!


Yeah! Schokolade selbst Machen

Natürlich kannst du die Schokolade auch ganz selbst herstellen. Das ist einfacher als gedacht! Du benötigst:

– 60g Kokosöl (oder 30g davon Kakaobutter)

– 40g Kakaopulver

– 4 EL Agavendicksaft, Ahornsirup oder ein anderes Süßungsmittel deiner Wahl

– 1 Prise Salz

– Optional: Haselnusskrokant, Nüsse, Saaten, getrocknete Blüten als Deko. Hier kannst du kreativ werden!

Schmelz alles in einem Wasserbad und gieß die Masse anschließend in eine (hohle Hasen-) Form. Auskühlen lassen und aufessen!

2. Schokoeier & Co

Wie Schokoeier unverpackt verschenken oder im Grünen verstecken? Die Süßigkeiten sollen ja schließlich nicht im Matsch liegen! 

Eine Möglichkeit sind Fülleier. Diese bestehen idealerweise aus Pappe, Blech oder Holz. Die verzierten Schachteln sehen nicht nur schön aus, sondern eignen sich hervorragend Naschereien zu verstauen. Ein weiterer Pluspunkt: die Süßigkeiten sind nicht nur vor Sonnenlicht, sondern auch vor neugierig, hungrigen Blicken geschützt! Und das Beste kommt noch: du brauchst die Eier hinterher nicht wegwerfen, sondern kannst sie einfach fürs nächste Jahr aufheben. 

Alles klar, aber wo bekomme ich diese genialen Fülleier? Sie gibt es inzwischen in vielen Chocolaterien, Kaufhäusern, Drogeriemärkten, Papeterien oder auch im Unverpackt Laden zu kaufen.

Noch mehr Süßigkeiten Gefällig?

Es ist nicht nur günstiger, sondern auch umweltfreundlicher Süßigkeiten in großen Verpackungen zu kaufen. So verhinderst du eine große Zahl an kleinem Verpackungsmüll. Kaufe zum Beispiel ein 3kg statt einem 300g Päckchen Gummibärchen und lager diese in Weckgläsern.

Pralinen kannst du offen in Chocolaterien erschwingen; manchmal auch in Bäckereien oder Bioläden. Unverpackten Süßkram findest du oft auf Wochenmärkten, Jahrmärkten (z.B. auf der Dult in München), Volksfesten, in Kiosken oder in Kaufhäuser wie Galeria Kaufhof und Karstadt. Spreche dich am besten im Vorfeld mit den Verkäufer*innen bezüglich deiner eigenen Verpackung ab.

3. Osternest

Lass lieber die Finger von fertigen Osternestern! Du ahnst es: der Haken ist mal wieder der Verpackungsmüll. Es ist billiger, schöner und auch persönlicher eigene Körbe oder Schalen zu nutzen, die du vielleicht eh schon hast. Brotbeutel oder Körbe aus dem Kindereinkaufsladen lassen sich super zu einem Osternest umfunktionieren! Schöne Upcycling-Möglichkeiten bieten auch Altpapiertüten, alte Eierkartons oder Stoffsäckchen.

Grün fürs Osternest gefällig? Nutze statt Wegwerf-Papiergras gesammeltes Moos, Heu oder grüne Baumwolltücher. 

Wenn du dir für Ostern keinen Korb ausleihen oder gebraucht kaufen möchtest, achte beim Besorgen darauf, dass er aus unbehandelten Naturmaterialien besteht (kein Lack etc.). Weiden- oder Strohkörbe bieten den Vorteil, dass sie sich nach ihrem Ableben kompostieren lassen. Entferne dafür Draht und andere nicht-organische Stoffe.

DIY gefällig? Viel Spaß macht es, sich ein Osternest aus Weidenzweigen oder Birkenreisig selbst zu basteln! 

4. Bunte Ostereier

Ei ei ei! Berücksichtige beim Kauf von gefärbten Ostereiern, dass sie nicht wie rohe Hühnereier mit den üblichen Kennzeichen beschriftet sind. Oftmals ist nicht zu erkennen, ob ein Ei von einem Huhn aus Käfighaltung stammt oder nicht. Wer Eier hat, sollte diese besser selbst färben! Das geht nämlich ganz einfach ohne gekaufte Eierfarbe, Chemikalien und pipapo:  

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  • Gelb: Kurkumapulver, Safran oder Birkenblätter
  •      Grün: Petersilie, Spinat, Matcha oder Matetee
  •           Rot: Rotebeete, kalter Früchtetee
  •           Lila: Rotkohl
  •           Orange: Karotten, rote Zwiebeln
  •         Blau: Heidelbeeren, schwarze Johannisbeeren, Brombeeren
  •          Braun: Kaffee, schwarzer Tee

Tipp: zum Färben eignen sich weiße Eier besonders gut. 

Nutze einen Kochtopf pro Farbe. Gib die Zutaten hinein (ca. 250g pro 1L Wasser) und lass das Ganze circa eine halbe Stunde köcheln, damit sich die Farbe aus den Lebensmitteln herauslösen kann. Gib anschließend die Eier zum Sud hinzu und koche sie hart. Hinterher kannst du die Eier für etwas Glanz mit Speiseöl einreiben.

5. Backen und Brunchen

Super im Osternest und beim Osterbrunch machen sich selbstgemachte Kekse oder Osterlämmer. Es gibt viele leckere Rezepte! Beim Selbermachen verminderst du nicht nur Müll ­– es ist auch gesünder und schmeckt besser!

Osterplätzchen

Wer sagt, dass Plätzchen nur zu Weihnachten passen? Mit etwas Zeit und Kreativität lassen sich leckere Osterkekse zaubern.

Osterlamm​

Ein Osterlamm: das ist Tradition. Am besten ist es natürlich, wenn es nicht in Cellophan eingewickelt ist. Einfach mal Osterlämmer selbst backen! Ein großer Bonus: die Backform kannst du jedes Jahr aufs Neue wieder verwenden!

Lecker geschlemmt und dann? Wie bei vielen Festen mit Familie oder Freunden bleiben auch an Ostern Reste übrig. Halte deine Marmeladengläser-Sammlung bereit und gib allen etwas mit nach Hause! Wieso nicht weiter zelebrieren? Zudem ist ein großes Resteessen eine gute Idee!

6. Deko

Feierliche Stimmung können nicht nur Alufolienhäschen oder Kunstblumen erzeugen – natürliche Deko hats auch drauf! Schmücke mit echten Blumen. Diese kannst du anschließend in die Erde pflanzen, einfach kompostieren oder sogar die Zwiebel nach dem Abblühen trocknen und für nächstes Jahr aufheben, beispielsweise bei Hyazinten.

Wunderschön sind auch ausgeblasene und selbst bemalte Hühnereier. Du möchtest sie an einen Osterstrauch hängen? Verziere deine Zimmerpflanzen damit; so musst du keinen Osterstrauch kaufen. 

7. Spielen und Basteln

Eierpusten oder Eierdieb sind lustige Osterspiele, die tatsächlich ganz ohne Spielsachen auskommen und Spaß machen! Verwende zum Osterhasen-wetthüpfen (Sackhüpfen) alte Bettlaken oder veranstalte im Grünen einen großen Eierlauf. Eier können schon mal zu Bruch gehen, deshalb eignen sich für den Lauf als Alternative Kartoffeln. Siehe hier!

 

Vorfreunde ist die schönste Freude – und die kann beim Basteln aufkommen! Schneide aus Klopapierrollen oder altem Pappkarton Hasen, Lämmer oder Küken aus. Damit kannst du anschließend das Osternest schmücken. Eine gute Idee sind auch selbstgezüchtete Kresse-eier.

Fazit

Deiner Kreativität sind bei einem Zero Waste Ostern keine Grenzen gesetzt. Einfach mal anfangen! Binde deine Verwandten und Freund*innen mit ein. Gib ihnen zum Befüllen deinen eigenen Osterkorb mit oder lad sie zum Brunch ein.

Wiederverwendbare Osternester, echte Hühnereier oder selbstgebackene Plätzchen: das sind nur ein paar tolle Lösungen von ganz vielen!

Ich wünsche dir ein frohes Osterfest!

Quellen

Flohmarkt

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