Stammtisch 20.04.20 – Plastikfasten

Steffi von Simply Plastic Free teilte an dem Stammtisch am 20.02.2020 zum Thema „Plastikfasten“ einfache Tipps und Tricks zur Plastikreduktion im Alltag. Gerade die Fastenzeit kann man als Einstieg gut nutzen, um den eigenen Plastikkonsum zu hinterfragen und hier und da auf Plastikverpackungen zu verzichten.

Zero Waste Küche

  • Mehrweg statt Einweg.
    Zum Beispiel: Milch oder Hafermilch (seit neustem von Völkl in Bioläden zu kaufen) oder Joghurt aus dem Mehrwegglas. Milch aus dem Glas gibt es in fasten allen gewöhnlichen Supermärkten
  • Darauf achten, dass das Mehrweg aus regionalen Gebieten kommt und nicht ewig von A nach B transportiert werden muss (hier fallen erhöhte CO2-Emissionen an). Außerdem ist es ja immer schön die lokale bzw. regionale Wirtschaft zu unterstützen.
  • Putzlappen selber nähen oder alte T-Shirts etc. verwenden.
    Es reichen zwei Lagen Stoffquadrate (ca. 20x20cm) aus einfacher Baumwolle.
  • (Bienen-)Wachstuch selbst herstellen (deutlich günstiger als gekaufte)
  • Für den Tee, Teesiebe oder Teenetze verwenden. Abgepackte Teebeutel enthalten häufig Mikroplastik (es gibt auch Teesiebe für Thermoskannen)

Weitere Tipps:
ein Tropfen Spülmittel reicht vollkommen für einen Abwasch aus. Zur Dosierung bietet sich ein Seifenspender an.

  • Halbe Zitrone in die Spülmaschine als Glasreiniger
  • „Shop your fridge“: Checke mal deinen Kühlschrank, was darin alles versteckt hat und verwerte alles schrittweise zu einem leckeren Essen, bevor du neues einkaufst 😉

Zero Waste „To Go“

  • Trinkflasche, Jutebeutel, Essensbox und Besteck am besten immer dabeihaben. Es bietet sich an alles im Jutebeutel aufzubewahren und genauso wie die wichtigen Sachen wie Handy, Schlüssel und Geldbeutel stets gemeinsam in den Rucksack zu packen.
  • Immer mehr Gastrobetriebe bieten auch Essensboxen zum Zurückgeben an.
  • Es gibt auch faltbare Teller, wenn man lieber daraus als aus einer Essensbox isst.
  • Wenn man oder frau ein Kaffeeliebhaber*in dann natürlich den eigenen Becher noch mit in den Jutebeutel werfen. Du kannst z.B. auch einfach ein altes Marmeladenglas (natürlich gewaschen) verwenden. Achte auch darauf, dass die Kaffeebecher nicht aus Bambus sind. Bambus wird bei der Verarbeitung verklebt und diese Klebestoffe lösen sich bei heißeren Temperaturen. Am besten eignet sich Edelstahl.

Zero Waste Bad

Viele Hygieneartikel können einfach und schnell selbst hergestellt werden. Für Bad und Küche ist es hilfreich Natron, Soda, Maisstärke, Zitronensäure und Essigessenz daheim zu haben. Mit diesen Mittelchen kann man alles rasch selbst herstellen und braucht keine chemischen Produkte verwenden. Mehr Infos und Rezepte findest du unter smarticilar.net

Zum Beispiel:

  • Deo: Mit ein bisschen Kokosöl, Maisstärke, Natron und ätherischen Ölen lässt sich schnell ein Deo herstellen, das für die persönlichen Bedürfnisse des Körpers unterschiedlich gemischt werden kann.
  • Shampoo: Um die Haare zu waschen, können Haarseife oder Shampoo-Seife in Drogeriemärkten, Bio-läden oder Unverpackt-Läden gekauft werden.
    Zu beachten ist hier: Shampoo-Seife ist wie das gewöhnliche Shampoo nur in fester Form, es schäumt und ist wie gewohnt zu nutzen. Bei einer Haarseife braucht es häufig nach dem Waschen – je nach Haar – eine saure Rinse, also eine Spülung mit z.B. Apfel-Essig, um das Basische der Seife zu neutralisieren.
  • Seife: Das kennt wohl jeder, gibt’s nicht nur für die Hände sondern auch für den ganzen Körper.
  • Zahnbürste: Holzzahnbürsten können bei DM, Bio-Läden oder Unverpackt-Läden erworben werden. Das Holz, meist Bambus, kann in die Biotonne. Die Borsten sind aus Nylon und gehören in den Restmüll. Hier entsteht zwar trotzdem Müll, aber deutlich weniger…
  • Zahnpasta: Her gibt es verschiedene Möglichkeiten: von fester, bis pulvriger oder der ganz normalen Pastenkonsistenz ist alles dabei, zu kaufen oder einfach selbst gemacht.
  • WC-Reiniger: Auch den Kloreiniger kann mit den bewährten Hausmittelchen einfach selbst zusammenmischen. neben Zitronensäure und Maisstärke braucht es nur noch Wasser. Rezeptideen findet ihr auf smarticular.de.
  • Menstruationstasse: Hierüber haben wir ausführlich diskutiert und Tipps und Tricks ausgetauscht. Neben den klassischen Tampons gibt es waschbare Binden und Menstruationstassen, die mehrmals über Jahre hinweg genutzt werden können, keinen Müll verursachen und chemisch unbedenklich sind (im Gegensatz zu Tampons). Wenn du Fragen hierzu hast, dann schreibe gerne an zerowaste@rehab-republic.de oder an Steffi simplyplasticfree@gmail.com
  • Rasierer: Die klassischen Rasierer, die wir kennen, müssen wir meisten nach einiger Zeit entsorgen, entweder komplett oder nur die Klingen. Den Rasierhobel (bitte nicht bei dem Namen erschrecken) – oder auch Safety-Razor genannt – hast du ein Leben lang. Er sieht aus wie ein klassischer Rasierer nur eleganter und funktioniert wie gewohnt. Die Klingen kannst du austauschen und sogar wie Messer schärfen 😉 Für Mann und Frau verwendbar.
    Entsorgung: Die gebrauchten Klingen in einer geschlossenen Dose oder eingewickelt Papier sammeln und dann im Ganzen in den Restmüll, da Hygieneartikel. Mehr Infos unter der AWM-Seite https://www.awm-muenchen.de/abfallentsorgung.html

Wir hätten noch endlos weiter diskutieren und Ratschen können, aber irgendwann rauchten unsere Köpfe und das Bett rief.

Wenn du Fragen hast zu den ZeroWaste Stammtischen zu Plastikalternativen oder zu anderen Themen, schreib uns gerne eine Mail an zerowaste@rehab-repblic.de